draw a distinction – Teil 3

Unterscheidung der Unterscheidung/

Zusammenfassenden kann gesagt werden. Der Vorgang des Unterscheidens ist primär, von sonderbarem Umfang und sonderlicher Qualität.
Was im Vollzug etwas anderes, etwas völlig anderes und vielfältiges ist, scheint im Abschluss des Vollzuges als Unterscheidung.
Dadurch, dass das intellektuelle des Scheidens sich so in den Vordergrund drängt wird der Hintergrund der zur Entscheidung führt oder gerade nicht führt, nicht sichtbar.

Nicht getroffene Entscheidungen sind als getroffene Entscheidungen nicht sichtbar.

Ich sitze am Abend auf der Terrasse und schaue auf den Wald der rötlich warm leuchtet, der Himmel ist milden gestimmt, die Abendstimmung bestimmt das Bild.

Beschreibend kann ich differenzieren, die Farben des Abend vom Morgen unterscheiden, an der Intensität der Farbe feststellen, dass ich weder im Norden noch im Süden bin sondern in der Mitte Europas. Ich könnte die Landschaft als Alpenlandschaft charakterisieren und an dem frischen Grün der Bäume den Frühling kennzeichnen.

Aber, das Abendbild bleibt ein Abendbild, auch wenn es sich von dem, in Nordafrika, in Dänemark oder Irland unterscheidet. Als Abendstimmung ist es all den anderen Abendstimmungen näher als seinem Unterschiedenen.

Es hängt vielleicht mit unserer körperlichen Verfassung zusammen, für die der Morgen sich doch wesentlich vom Abend unterscheidet, der Morgen der eher tätig beginnt, der Abend sich eher passiver gibt.

Dieser Unterschied ist nicht das, was das Besondere der Abendstimmung ausmacht. Mit dem Unterschied wird das Besondere des Einen vom Anderen abgeschieden. Aber der Kontrast ist nicht das Wesentliche.

Das dem Unterscheiden anhaftende Logische hat die logische Struktur, die als solche funktioniert, sich – so vermute ich – einer höheren Form der Unterscheidung entliehen.

Was wäre dann die „Unterscheidung“ der “ Unterscheidung“?

Kann die logische Struktur der Unterscheidung funktionieren, einfach so, als Formalie, ohne, dass dies ein Sinngebender Vorgang – für sich – ist?

Wäre dies so, muss es eine „Unterscheidung“ der “ Unterscheidung“ geben!

Ist diese zu nennen, würde vielleicht auch klar wieso der formalen Vorgang der Unterscheidung immer wieder inhaltlicher beladen wird.

Es gibt im Leben jedes Menschen, im Zusammensein, in der Gemeinschaft, in Gemeinschaften Ereignisse die sich deutlich vom Alltag, vom Lauf der Zeit absetzen und sich wahrhaft von vielen anderen alltäglichen Ereignissen unterscheiden.

Hochzeit, Geburt, Tot, das sich Kennenlernen, der erste Besuch bei, der erste Besuch von….. können Ereignisse sein die sich tief einprägen. Aber auch momentane Eindrücke und Ereignisse die ganz beiläufig geschahen und die im Nachhinein bleibende Bilder hinterlassen haben die sich deutlich von all den vorübergehenden, vorübergegangenen Ereignissen abgesetzt haben, sich tief im Selbst verankern. Auch wenn deren Bedeutung sich oft nicht leicht erschließen mag.

Wenn solche Ereignisse, Bilder mir begegneten, treffen sie auf etwas in mir, mit dem sie längst verbunden schienen. Wie eine Fotografie im Entwickler, tritt das Bild erst langsam Zug für Zug hervor.

Macell Proust beschrieb dies in seinem Roman, „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Es bedurfte der zwölf Bände um sich dem Besonderen des Duftes der Madeleine – eine Art Brioschi-Gebäcks – zu nähern.

Wer gelernt hat auf solche Ereignisse zu blicken, wer sich permanent auf solche Ereignisse vorbereitet, der kann sie im Auftreten meist schon erkennen. Der bemerkt auch, dass diese Ereignisse nicht beherrschbar, nicht vorhersehbar, nicht manipulierbar sind. Im Gegenteil, begegnet er ihnen nicht mehr unvoreingenommen verschwinden sie.

Diese Ereignisse, Bilder, Objekte unterscheiden sich von allen anderen wesentlich. Deren Unterschied besteht aber auch darin, dass sie von ganz andere Art sind, dass sie genau genommen dem Vergleich nicht unterliegen, sie sind von sich aus verschieden.

Sind Sie es von Anfang an oder wurden sie erst dazu?

Für denjenigen der sich in sie eingeübt hat, dem wird im Auftreffen, im Zu-treffen deren Unterschied zu alltäglichen Ereignissen deutlich. An was er auch immer die Differenz fest machen wird, es sind Unter-Scheidungs-Merkmale.

Für den Ungeübten werden Unterscheidungsmerkmale sich vielleicht weniger deutlich herausstellen, aber, dass sich das Ereignisse von üblichen Ereignissen völlig unterscheidet, wird irgendwann jedem bemerkbar.

Es bleiben solche Ereignisse von jenen, die in den Fluss der Zeit wieder untertauchen deutlich geschieden, hebt sich deutlich von Ihnen ab. Einige der Bilder bleiben oft ein Leben lang zentral.

Diese Art der Unterscheidung vermute ich, ist der Unterschied der Unterschiede, der inhaltlich ist. Während die formale Unterscheidung formal bleibt und von daher in Gefahr ist inhaltlich beladen zu werden.
GL

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